Mehr als ein Museum

Wo das Papier zu Hause ist

Papiermühlen gibt es in Deutschland seit dem 14. Jahrhundert. Die Herstellungstechnik gelangte im Mittelalter aus China über den Orient nach Europa. Nach den ersten Versuchen in Spanien beginnt die spannende Geschichte des europäischen Papiers im 13. Jahrhundert in Italien.

Die Papiermacher aus Fabriano veränderten und verbesserten die Produktionsmethoden, so dass das Pergament als Beschreibstoff bald völlig verdrängt wurde. Ganz erheblich stieg der Bedarf an verschiedenen Papieren jedoch erst durch die Industrialisierung und den rasanten wirtschaftlichen Aufschwung im 19. Jahrhundert an.

 

Aus dem Luxusartikel Papier wurde die Massenware Papier. Während der Pro-Kopf-Verbrauch um 1800 nur bei einem halben Kilo Papier lag, waren es um 1900 schon 15 Kilo und im Jahre 2000 ca. 225 Kilo. Heute werden ca. 3000 verschiedene Papier- und Kartonsorten für die Bereiche Verpackung, Druck- und Presse sowie für Büro und Spezialbedarf produziert.

In der Papiermühle Homburg erwartet den Besucher nicht nur ein Museum, das lebendige und lehrreiche Einblicke in das Leben und Arbeiten einer Papiermacherfamilie bietet, sondern auch eine moderne Manufaktur, die ganz besondere handgeschöpfte Papiere für Kunst- und Gebrauchszwecke anbietet. Einzigartig in Bayern ist, dass die komplette technische Anlage in den Produktionsräumen der Mühle erhalten ist.